Juni 2026
WGF in Zusammenarbeit mit Grässel Architekten, Erlangen
Konzept
Der Entwurf formuliert ein zukunftsweisendes Wohnquartier mit hoher Aufenthaltsqualität, das unterschiedliche Wohnformen – gefördertes Wohnen, frei finanzierten Geschosswohnungsbau und Stadtreihenhäuser – in einer räumlichen und zugleich spielerisch gegliederten Struktur vereint und mit einem konsequenten Ansatz zu Klimaschutz und Klimaanpassung verbindet.
Städtebauliches Konzept
Die städtebauliche Figur reagiert sensibel auf ihre Umgebung: Der nahe Stadtwald prägt die Identität des Ortes. Er wird als qualitätsvoller Landschaftsraum verstanden, der durch die gezielte, tief in das Areal geführte Durchgrünung und offene Übergänge in das Quartier hineingezogen wird. Durch diese offenen und abwechslungsreich gestalteten Grünachsen und visuellen Bezüge verbindet sich das neue Quartier homogen mit der umgebenden Landschaft. Gleichzeitig reagiert die Struktur sensibel auf die Belastungen durch die nahe Staatsstraße und wird durch ein integrales städtebauliches und architektonisches Konzept wirksam adressiert: Begrünte Schallschutzwände („Living Walls“), gezielte Baukörperausrichtung und lärmschutzoptimierte Grundrisse schaffen ruhige, sonnige Wohnungen und Aufenthaltsbereiche im geschützten Innenraum.
Fünf in Maßstäblichkeit und Proportion kompositorisch aufeinander abgestimmte Baukörper bilden das räumliche Gerüst der Anlage und werden durch Stadtreihenhäuser im Innenbereich ergänzt. Durch ihre Staffelung, Orientierung und Setzung entstehen klar gefasste, dabei abwechslungsreich erlebbare, charaktervolle Außenräume, die geschützte private Zonen und offene gemeinschaftliche Freiräume miteinander verweben. Gleichzeitig gelingt durch die städtebaulich präzise Setzung der Baukörper eine klare Adressbildung mit hohem Identifizierungsgrad.
Freiraum
Das Freiraumkonzept sieht eine ganzheitliche, verträgliche Erschließung der verschiedenen Gebäudetypen vor, bei der der motorisierte Verkehr in weiten Teilen aus dem Kerngebiet herausgehalten wird. Eine Verlängerung des Schwalbenweges öffnet das Gebiet von Südosten, während nördlich gelegen eine Ein- und Ausfahrt zur stadtwärtigen Fahrspur der Straße Sankt Johann Teile des Verkehrs aus dem Viertel nimmt. Im Südwesten werden die Reihenhäuser durch einen Ausbau des Sperberwegs erschlossen, wobei durch die vorne angesetzten Carports wiederrum PKWs aus dem Kerngebiet zurückgehalten werden.
Der angrenzende Wald zieht sich in den Zwischenraum der Neubauten wodurch ein grüner Rückzugsort geschaffen wird, der zum Verweilen, Interagieren und Kommunizieren einlädt. Teil dieses grünen Innenraumes sind die unterbauten Flächen der Tiefgaragen, die durch eine Erdmodellierung in die Freianlagen integriert werden und gleichzeitig genug Wurzelraum für die Pflanzung von Bäumen bieten.
Der Innenraum wird durch ein filigranes Wegenetz erschlossen und verbindet so die verschiedenen Baukörper und ihre Bewohner:innen. Ergänzt wird dieser Aufenthaltsbereich durch einen westlich gelegenen Waldspielplatz, der sich in den vorhandenen Baumbestand sanft eingliedert und diesen durch Neupflanzungen ergänzt.

