Neubau Offiziersschule der Luftwaffe, Otto-Lilienthal-Kaserne in Roth

Neubau Offiziersschule der Luftwaffe, Otto-Lilienthal-Kaserne in Roth

Der Gesamtkomplex der Offiziersschule der Luftwaffe liegt im ebenen Keupersand des Rother Beckens und wird vor allem durch die bestehenden Kiefernwälder geprägt, die das raumbildende Kapital des Standortes darstellen. Dementsprechend suchen die peripheren Unterkünfte Halt an den Waldrändern, schieben sich teilweise in die grünen Ränder und verschmelzen mit den Baumkulissen, die zum temporären Rückzugsraum für die Offiziersanwärter werden.

Zentrum und Herz der Anlage dagegen lösen sich durch ihre architektonisch entschiedene Grundordnung aus der eher naturnahen und zurückgezogenen Peripherie. Ein großes Karree stellt den Campus der Luftwaffe dar und markiert ein repräsentatives Forum mit dem Lehrsaalgebäude und dem Antreteplatz. Die dazwischenliegende Platzfläche erhält durch ein großformatiges Pflaster und gliedernde, geometrische Bauminseln eine hochwertige, urbane Gestaltung.

Östlich der Platzfläche schließt sich der zentrale Antreteplatz an. Er wird zur optischen Abgrenzung gegenüber den umgebenden Wiesen- und Waldflächen von lockeren Baumreihen gefasst.

Neubau Offiziersschule der Luftwaffe, Otto-Lilienthal-Kaserne in Roth

Projektfakten

Auftraggeber: Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr, Kompetenzzentrum für Baumanagement in München, Referat K 1 vertreten durch das Staatliche Bauamt Nürnberg

Fläche: ca. 52 ha

Baukosten: 6,6 Mio. Euro

Zeitraum: 2015 – 2021

Leistungsphasen: § 39 Lph 1-9

Hochbau: Gerber Architekten GmbH, Dortmund

Bildrechte Luftbild: Geobasisdaten: Bayerische Vermessungsverwaltung

Projektbeschreibung

Großzügige Rasen- und Wiesenflächen verbinden den Campusbereich und die Unterkunftsgebäude. Sie werden durch Einzelbäume und Gruppen aufgelockert und gegliedert. Einige Baumgruppen werden durch ost-westorientierte Heckenpflanzungen ergänzt. Vor diesen laden Holzbänke zum Verweilen ein.

Alle Wegebeziehungen führen aus dem Umfeld zum neuen Zentrum. Hierarchie entsteht durch die unterschiedliche Geometrie und die Querschnitte des Wegenetzes. Die Wege zu den Unterkunftsgebäuden verlaufen mäandrierend durch die bestehenden Wald- und Wiesenflächen, während die Wegeanbindungen an die Parkflächen und innerhalb des Campusbereiches orthogonal und direkt verlaufen.

Die Wohnhöfe sind mit befestigten Flächen gefasst, die gleichzeitig als Antreteplätze genutzt werden. Dazwischen entstehen Grünflächen, deren Zentrum jeweils eine großzügige Terrasse als Aufenthalts- und Kommunikationsbereich bildet. Diese sind durch Pergolen teilüberdacht und werden mit fest installierten Tischen und Bänken ausgestattet. Kleinere Terrassen, die jeweils einem Unterkunftsgebäude zugeordnet sind, dienen als Rückzugsort und sind mit festeingebauten Liegen möbliert. Die Wege innerhalb der Innenhöfe werden in Asphaltmastix ausgeführt. Die bestehenden Vegetationsstrukturen werden dabei in die Planung integriert und durch Neupflanzungen ergänzt.

Der zentrale Erschließungsweg, der den Campusbereich mit dem großen Parkplatz verbindet, ist ein dominantes architektonisches Element im Gesamtgefüge und inszeniert die Anfahrt zum Lehrsaalgebäude und den Campus. Er wird mit einer Allee aus Säulenbäumen (Eichen oder Hainbuchen) gesäumt, die mit einem blaublühenden Staudenband unterpflanzt sind – ein Symbol für die Farbe der Luftwaffe.

Im Westen begrenzt der zentrale Parkplatz den Campusbereich. Die 850 Stellplätze werden durch Heckenpflanzungen und locker angeordnete Baumpflanzungen begrünt und so in das von Kiefernwald geprägte Landschaftsbild eingebunden.

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