Die Kolpingstadt Kerpen besitzt bereits ein Grünvernetzungskonzept, welches sich auf die Landschaft im Außenraum fokussiert. Der PlanGrün ergänzt dieses Konzept und betrachtet vor allem das Grün- und Freiraumsystem im Siedlungsraum. Nach einer Bestandsaufnahme und Analyse der Ausgangslage werden die Flächen identifiziert, die das lokale Grünsystem bilden und im PlanGrün schwerpunktmäßig betrachtet werden. Diese Flächen werden in Kern- und Ergänzungsräume eingeteilt. Die Kernräume stellen die öffentlichen Grün- und Freiflächen dar, die aufgrund ihrer Größe und ihrer Lage im Siedlungsgebiet eine besondere Relevanz für die Versorgung des Stadtgebiets mit Grün- und Freiräumen haben. Ergänzungsräume sind Flächen der siedlungsnahen Landschaft, private Freiräume und zweckgebundene Freiräume (z.B. Friedhöfe, Spielplätze, Sportanlagen, Bildungseinrichtungen,…).
Im Rahmen einer Bedarfsanalyse werden Defizite zielgerichtet identifiziert und Handlungsschwerpunkte für eine gerechte, funktionale und qualitätsvolle Grünflächenentwicklung abgeleitet. Dafür wird das Siedlungsgebiet der Kolpingstadt Kerpen in Quartiere eingeteilt und ermittelt, ob alle Quartiere im Stadtgebiet ausreichend mit Freiräumen versorgt sind. Dabei gilt es zwischen privaten und öffentlichen Freiräumen sowie der siedlungsnahen Kulturlandschaft zu unterscheiden. Obwohl die Kultur- und Naturlandschaft grundsätzlich gute Möglichkeiten für die alltägliche Erholung bietet, sind diese Außenräume aus den polyzentrisch organisierten Stadtteilen nicht immer unmittelbar erreichbar. Private Freiräume dagegen sind nur sehr eingeschränkt zugänglich. Daher übernehmen vor allem wohnungsnahe öffentliche Grünflächen eine wichtige Funktion für die Alltagserholung. Ein besonderes Augenmerk wird auf Quartiere mit verhältnismäßig kleinen Wohnungsgrößen gelegt. Dort wird ein besonders hoher Bedarf an öffentlichen Freiräumen angenommen.
Durch private Freiräume und die siedlungsnahe Landschaft wird die Freiraumversorgung quantitativ in allen Quartieren gedeckt. Es gibt aber Bereiche, in denen keine öffentliche multifunktionale Parkanlage auf kurzem Weg erreichbar ist. Die anderen Freiräume in diesen Bereichen werden als Potentialräume hervorgehoben, da diese durch eine Aufwertung Teilfunktionen einer öffentlichen Parkanlage übernehmen und so zur Versorgung beitragen können.
Der PlanGrün definiert Ziele für die Entwicklung der Grün- und Freiflächen im Stadtgebiet auf unterschiedlichen Ebenen. Im räumlichen Leitbild wird eine Zukunftsvision für das gesamte Freiraumsystem festgehalten. Zehn übergeordnete und allgemeingültige Regeln bieten Orientierung für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Für die Ergänzungsräume werden jeweils programmatische Ziele und Handlungsempfehlungen ausgesprochen. Die als Kernraum identifizierten Freiräume werden in Steckbriefen ausführlich beschrieben, deren Potentiale und Defizite aufgezeigt und Ziele und Maßnahmen für eine Weiterentwicklung entworfen. Die Empfehlungen zu den Ergänzungs- und Kernräumen werden priorisiert und zeitlich eingeordnet.
Vier der Kernräume werden als Lupenräume detaillierter betrachtet. Die Herausforderungen und Ziele, die unter anderem bei Bürgerspaziergängen ermittelt wurden, werden für den jeweiligen Ort aufgezeigt und in einem Testentwurf eine mögliche Aufwertung des Lupenraums dargestellt.