Klinik Hallerwiese, Nürnberg

Projektfakten

Bauherr: Evang.-Luth. Diakoniewerk Neuendettelsau, Heckenstraße 10,
91564 Neuendettelsau

Fläche: 0,5 ha nicht unterbaut / 0,3 ha unterbaut

Baukosten: 2,5 Mio. Euro

Zeitraum: seit 2016

Leistungsphasen: § 39 Lph 1-9

Leistungsstand: Lph 3

Bildrechte Luftbild: Geobasisdaten: Bayerische Vermessungsverwaltung

Die Diakonie Neuendettelsau als Betreiber beabsichtigt, die Klinik Hallerwiese/Cnopf’sche Kinderklinik in den nächsten Jahren zu sanieren und teilweise neu zu bauen.

Da die Freianlagen der Klinik in der Dichte des Stadtteils sehr eingeschränkt sind, ist jeder Quadratmeter wertvoll, um das Projekt in das Quartier einzubinden und sowohl Patienten, Personal und Besuchern ein ansprechendes Umfeld zu bieten.

Geplant sind die Integration der Anlage in den Stadtteilcharakter und den historischen Kontext, die enge Vernetzung mit dem Umfeld zur synergetischen Einbindung der Standortressourcen sowie eine barrierefreie Nutzungsstruktur.

Projektbeschreibung

Neben der durch die innerstädtische Lage bedingten hohen baulichen Auslastung des Grundstücks bildet die Hanglage am Fluss eine besondere Herausforderung. Von der Johannisstraße bis zur Hallerwiese im Süden fällt das Gelände um insgesamt 15 m. Die allseitig über die Johannisstraße, die Sankt-Johannis-Mühlgasse und die Straße Hallerwiese erschlossenen Gebäude staffeln sich entsprechend ihrer jeweiligen Höhenlage. Daraus ergeben sich für die Freianlagen erhebliche Geländesprünge und unterschiedliche Anschlusshöhen an mehreren Geschossebenen. Der Geländeverlauf von Norden nach Süden wird durch das jeweilige Gebäudeanschluss-Niveau neu definiert.

Die hohe Dichte hat weiterhin zur Folge, dass große Bereiche der Freianlagen teilweise flach, zum Teil auch tief unterbaut sind oder als Belichtungskerne im Innenhof von Gebäuden liegen. Auf diese Weise ist der Komplex vielfach von Freiflächen und Grün durchsetzt, der größere Teil liegt jedoch auf Ebenen ohne natürlichen Bodenanschluss.

Der Stadtteil Johannis zeichnet sich besonders durch die Erhaltung baukulturellen Erbes, teils noch aus dem ausgehenden Mittelalter, der frühen Neuzeit, vor Allem aber der Gründerzeit aus.

Das vorgeschlagene Freiraumkonzept setzt an diesen Schnittstellen an. Grundriss und Struktur der Anlage nehmen das Grundmuster der Hesperidengärten, die handtuchartige, langgestreckte Spanne zwischen der Stadt und dem Fluss auf. Auf Symmetrieachsen und Arabesken als Ausdruck überkommen höfischer Parkkultur wird allerdings verzichtet. Stattdessen wird der architektonische Stil aufgegriffen, der die Wende vom 19ten ins 20ste Jahrhundert in einer Zeit besonders zahlreicher und neuartiger Klinikbauten prägte.

Die Übersetzung beider Grundmuster in zeitgemäße Inhalte, Formen, Materialien und Vegetationsbilder liegt der Neugestaltungsidee zugrunde. Vor Allem vegetative, raumbildende Elemente greifen die Gebäudevolumetrie auf, schaffen Übergänge von Innen- zu Außenräumen und bilden attraktive Aufenthaltsbereiche in gestaffelten, unverwechselbaren Teilabschnitten.

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