Ortsumgehung Hafenlohr mit integriertem Hochwasserschutz

Projektfakten

Auftraggeber: Staatliches Bauamt Würzburg

Bauherr: Staatliches Bauamt Würzburg in Kooperation mit dem Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg

Planungspartner: FABION GbR, Würzburg

Länge: ca. 1,3 km

Baukosten: Straßenbau ca. 7 Mio € | Hochwasserschutz ca. 10 Mio €

Zeitraum: 2014 – 2019

BR Nachrichten – Spatenstich

 

Das Vorhaben besteht aus zwei Teilprojekten, die aufgrund enger räumlicher und baulicher Verflechtungen gemeinsam geplant wurden und gleichzeitig realisiert werden sollen.

Das Staatliche Bauamt Würzburg plant zur Entlastung der bestehenden Ortsdurchfahrt auf der Hauptstraße eine Ortsumfahrung. Diese beginnt südlich des Altorts auf der Marktheidenfelder Straße und endet nördlich des Altorts auf der Hauptstraße.

Das Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg plant gleichzeitig eine Hochwasserschutzmaßnahme zur Hochwasserfreilegung des Altorts.

WGF Landschaft erarbeitete die Landschaftspflegerische Begleitplanung mit spezieller artenschutzrechtlicher Prüfung.

Am 16.07.2021 fand der symbolische Spatenstich in Hafenlohr im Beisein des Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder statt.

 

Entlang der Umgehungsstraße am Main ist eine Spundwand mit Stahlbetonkopfbalken vorgesehen, die im Mittel eine Höhe von 3,50 m über dem landseitigen Gelände aufweist. Entlang des Hafenlohrbachs entsteht durch den Rückstau aus dem Main eine Hochwassergefährdung des Altorts. Um den Hochwasserschutz für diesen ca. 300 m langen Abschnitt umzusetzen, wird eine Variante gewählt, die eine Kombination von Hochwasserschutzwand und Geländeauffüllung vorsieht.

WGF Landschaft wurde durch das STBA Würzburg mit der Umweltplanung zu dem Vorhaben beauftragt. Die Beauftragung umfasste folgende Leistungen:

  • faunistische und vegetationskundliche Bestandsaufnahmen
  • Umweltverträglichkeitsstudie
  • Landschaftspflegerische Begleitplanung (HAOI, § 26, Lph 1-4)
  • spezielle artenschutzrechtliche Prüfung
  • Landschaftspflegerische Ausführungsplanung (HOAI, § 39, Lph. 5-9)

Aufgrund der Kombination von Straßen- und Hochwasserschutzplanung und der beengten Lage zwischen Altort und Mainaue handelt es sich um ein Planungsvorhaben mit hoher Komplexität und hohen Anforderungen.

Die Trasse verläuft auf dem Damm einer stillgelegten Bahnlinie nahe dem Mainufer, in Flächen mit teilweise hoher ökologischer Wertigkeit. Durch eine Begrenzung des Baufelds und die Planung von Biotopschutzzäunen wurde eine gewisse Eingriffsminimierung erzielt. Die Maßnahmenplanung sieht neben den erforderlichen Ausgleichs- und Artenschutzmaßnahmen umfangreiche Gestaltungsmaßnahmen vor, sowohl auf der Uferseite zum Main als auch landseitig am Rand des Altorts.

Besondere Herausforderung war die Umsiedlung von Zauneidechsen vom ehem. Bahndamm in ein vorab hergestelltes Ausweichquartier. Außerdem lag das Augenmerk auf Gestaltungsmaßnahmen zur harmonischen Einbindung von Ortsumgehung und Hochwasserschutzwand in das Ortsbild.

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