Die Fassaden der Ost-, West- und Nordseite wurden über drei der sieben Parkhausebenen mithilfe von Aluminium-Pflanztrögen begrünt und im Erdgeschoss wurde eine bodengebundene Bepflanzung ergänzt. Die Kletterpflanzen entwickeln sich dabei über zwei Parkhausebenen hinweg und wachsen – geführt über feinmaschige Edelstahlnetze – vertikal wie horizontal, sodass eine zusammenhängende, grüne Fassadenstruktur entsteht. In Bereichen, in denen aus Brandschutzgründen Sichtfenster freigehalten werden mussten, wurde bewusst auf Ranknetze verzichtet und ausschließlich mit bodendeckenden Pflanzen und Stauden gearbeitet.
Die Fassadenbegrünung leistet einen bedeutenden Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas: Sie reduziert die Aufheizung der Fassadenflächen, erhöht die Luftfeuchtigkeit und filtert Feinstaub. Gleichzeitig schafft sie Lebensraum für Insekten und Kleintiere und unterstützt damit aktiv die städtische Biodiversität.
Die Pflanzenauswahl orientiert sich an Kriterien wie Standortverträglichkeit, Biodiversität sowie Bienen- und Insektenfreundlichkeit. Gleichzeitig sorgt sie durch abgestimmte Blüh- und Strukturaspekte für eine ganzjährige Attraktivität.
Für den langfristigen Erhalt der Vegetation wurde ein vollautomatisiertes Bewässerungssystem eingerichtet. Im dafür vorgesehenen Technikraum auf der untersten Parkhausebene wird die Wasserverteilung gesteuert. Die Versorgung erfolgt über eine 30 m³ große Zisterne, die das anfallende Dachwasser des Parkhauses sammelt. In Trockenperioden wird die Bewässerung durch Brunnenwasser gespeist und so dauerhaft sichergestellt.
Durch das Projekt wird deutlich, wie bestehende Infrastrukturbauten nachhaltig ergänzt und funktional weitergenutzt werden können. Die Fassadenbegrünung des Parkhauses zeigt, wie ökologische Aspekte im Bestand integriert und zur Verbesserung des städtischen Umfelds beitragen können.