Regenwasserbewirtschaftungskonzept Carl-Orff-Straße in Würzburg

Projektfakten

Auftraggeber: Stadt Würzburg

Planungspartner: Pongratz, Ingenieurgesellschaft für Tiefbau mbH, Nürnberg

Fläche: ca. 8,8 ha

Zeitraum: 2020 – 2021

 

Die Bewirtschaftung von Oberflächenwasser ist zwingender Bestandteil moderner Stadtplanung und soll daher auch experimentell angewendet und für eine zukünftige Standardanwendung in der Stadt Würzburg erprobt werden. Das Regenwasserbewirtschaftungskonzept ist so angelegt, dass sowohl der Umgang mit zu wenig Wasser in Trockenphasen, als auch mit zu viel Wasser bei Starkregen gelöst wird.

Das Regenwasserbewirtschaftungskonzept zum Plangebiet Carl-Orff-Straße verfolgt das Prinzip, dem natürlichen hydrologischen Kreislauf trotz Bebauung möglichst nahe zu kommen.

Es wird ein gesamtökologischer Ansatz verfolgt der Wasser sichtbar macht und in alle Ebenen der Gebietsentwicklung einbindet. Der grundlegende Gedanke ist, die Regenwasserbewirtschaftung zum integralen Teil der Freiflächenkonzeption zu machen.

 

Mit dem Regenwasserbewirtschaftungskonzept wird das Ziel verfolgt, einen sorgfältigen und verantwortungsbewussten Umgang mit Regenwasser zu etablieren und nicht verunreinigtes Regenwasser aus öffentlichen Flächen (Straßen, Plätze und Grünflächen) zu bewirtschaften und nicht, wie bisher üblich, über Kanäle im Trennsystem in ein Gewässer abzuleiten.
Hierzu soll auf den öffentlichen Grünflächen eine blau-grüne Infrastruktur mit gestalterischer Integration von Wasser in die Freiräume als Teil des Lebensumfeldes der zukünftigen Bewohner geplant und aufgebaut werden.

Mit dem Aufbau einer blau-grünen Infrastruktur werden weitere Ziele verfolgt. Die Verdunstung von Oberflächenwasser dient der Hitzevorsorge und dem gesundheitlichen Wohl der Bewohner, es werden durch unterschiedliche Standortgradienten attraktive und ökologisch wertvolle Freiraumsituationen geschaffen und die Integration von Oberflächenwasser in die Grünflächen reduziert den Pflegaufwand für das Wässer und Gießen und spart zudem Trinkwasser.

Das Konzept arbeitet ausgeprägt standortbezogen. Die Rückhaltung und Verdunstung von Regenwasser erfolgt über in das Gelände modellierte Erdbecken, sog. Regenterrassen. Überschüssiges Wasser wird den Höhenverhältnissen folgend von der oben liegenden Terrasse auf die unterliegende übergeleitet. Dabei werden die vorhandene Topografie und die Bodenverhältnisse genutzt.

Das Regenwasserbewirtschaftungskonzept basiert auf dem Grundprinzip:

  • das Wasser möglichst dort zurückzuhalten wo es anfällt,
  • das Wasser auf kurzem Wege Retentionsflächen zuzuführen,
  • das Wasser in Retentionsflächen zurückhalten, zu speichern und zu verdunsten,
  • die Bewirtschaftung in die Freiflächen zu integrieren,
  • Wasser zu speichern und zu nutzen und für den Notfall vorzusorgen.

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